"Spiegelberg" Adrian Sagolla (02.11.2025, 18:00 Uhr)

Ein kleines Dorf tief im Schwäbischen Wald. Der letzte Dorfladen steht kurz vor der Schließung. Zwischen Nostalgie und Niedergang, Idylle und Trostlosigkeit teilen fünf Menschen ihre Sicht auf die Gesellschaft und einen Ort, der in vielerlei Hinsicht eine Zeit widerspiegelt, die es nicht mehr gibt. Ein Dokumentarfilm, der den Geist des Lebens im Mikrokosmos eines deutschen Dorfes einfängt.

Director Biography - Adrian Sagolla

500a545020 headshot

Adrian Sagolla wurde 1997 in Duisburg geboren. Er arbeitete als Postbote, Beleuchter, Videojournalist und studierte Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster, wo er sich auf die psychologischen und soziologischen Aspekte der Filmrezeption konzentrierte. Anschließend arbeitete er als Regieassistent bei Spielfilm- und Fernsehproduktionen. Seit 2022 studiert er Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Er interessiert sich für Menschen und Orte, die aus dem Fokus geraten sind – übersehene Realitäten, unsichtbare Alltagsmechanismen und flüchtige Räume, die durch die Maschen fallen.


Statement des Regisseurs

Spiegelberg ist mit 2.100 Einwohnern eine kleine Gemeinde im schwäbischen Wald.
Der Ort steht exemplarisch für viele Herausforderungen ländlicher Regionen: sterbende Infrastruktur, Ärztemangel, Schließung von Läden, Landflucht, Überalterung – und ein wachsender Zuspruch für Rechtspopulismus. Bei mehreren Wahlen wurde die AfD hier stärkste Kraft. Die Klischees sind bekannt: urbane, progressive Eliten auf der einen Seite – konservative, abgehängte Landbevölkerung auf der anderen.
Ich wollte unvoreingenommen in einen Ort eintauchen, der diese Fragen spiegelt. In Spiegelberg faszinierte mich das Gefühl von Stillstand, Idylle und latenter Beklemmung. Besonders der alte Dorfladen von Ferdinand Rathgeber wirkte wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.
Ich bin überzeugt, dass man den Sorgen der Menschen dort zuhören muss – auch wenn ihre politischen Konsequenzen oft nicht mit meinen Werten vereinbar sind. Doch um der Entfremdung und Radikalisierung entgegenzuwirken, braucht es Austausch, Verständnis und zugleich klare Haltung bei untragbaren Positionen.
Als jemand, der selbst auf dem Land aufgewachsen ist, kenne ich die Ambivalenz des Dorflebens – zwischen Freiheit und Enge. Nach Jahren in der Stadt verspüre ich heute eine neue Neugier gegenüber diesen Räumen. Mich interessieren besonders die Kontraste: zwischen Jung und Alt, Alteingesessenen und Zugezogenen – aber auch zwischen Hoffnung und Frust, Alltag und Absurdität.
Der Film will diese Gegensätze sichtbar machen, ohne zu vereinfachen – durch persönliche Geschichten und ein genaues Hinsehen als Bestandsaufnahme auf das heutige Leben in einem deutschen Dorf.